VORGESTEUERTES 2/2 WEGE-SITZVENTIL CARTRIDGE FÜR DIE WASSER- UND ÖLHYDRAULIK

DN 16 BIS DN 200, BETRIEBSDRÜCKE BIS 320 BAR

  • Vorgesteuerte Sitzventile
  • Vorsteuerung mittels Eigenmedium
  • Leckagefreie Abdichtung am Ventilsitz
  • Zwangsgesteuerter Arbeitskolben
  • Sanftes Schalten, keine Druckschläge
  • Kolben wird nach außen geführt, daher sichtbare Kolbenstellung
  • Anbau von Endschaltern zur Kolbenstellungsanzeige möglich
  • Verschleißteile leicht zugänglich und schnell austauschbar
  • Betätigungsmagnet gegen Schmutz und Feuchtigkeit geschützt
  • Nothandbetätigung
  • Sicherung gegen unbeabsichtigtes Betätigen
  • Hydraulische oder pneumatische Ansteuerung möglich
  • Hydraulisch Fernsteuerung möglich

Die 2/2-Wege-Einbausitzventile sind besonders für HFA-Flüssigkeiten und Klarwasser bis zu Betriebsdrücken von maximal 320 bar geeignet. Die Ventile können mit positiven oder negativen Vorsteuerventilen bestückt werden. Dadurch ergeben sich im spannungslosen Zustand die Hauptventilstellung "Ventil geschlossen" oder "Ventil geöffnet". Die Schaltzeiten der Ventile können durch eingebaute Filterblenden oder zwischen Vorsteuer- und Hauptventil angeordnete Zwischenplattenventile mit eingebauten Feindrosseln beeinflusst werden. Bei Ventilen größerer Nennweiten können sie durch eine doppelte Vorsteuerung, z. B. Vorsteuerventil DN 6 mit Zwischenplattenventil DN 9, DN 12 oder DN 16, wesentlich verkürzt werden.

Bauart
Einbau-Sitzventil

Vorsteuerdruck
= Systemdruck, min. 25 bar

Steuermedium
Eigenmedium

Druckflüssigkeit
HFA nach CETOP bzw. VDMA-Einheitsblatt 24320 mit 95 % Wasser und 5 % Additives. Ungeschmiertes Wasser (Klarwasser) Mineralöl nach DIN 51524 und 51525 Phosphorsäure-Ester

Vorsteuerungen
siehe gesonderte Prospekte

max. Betriebsdruck
320 bar

Steuermediumrücklauf
gesondert drucklos in Tank

Durchfluss
siehe Tabelle 1

Durchflussrichtung
beidseitig von "A" nach "B" und "B" nach "A"

Flüssigkeitstemperatur
5°C bis 45°C

Filterung
Hauptventil: Grobfilterung
Vorsteuerventil: 25-40 µm

Selbstschließendes und durch intern zugeführtes Eigenmediumzwangsgesteuertes 2/2-Wege-Einbausitzventil

Ventil spannungslos = Ruhestellung (geschlossen)

Die Steuerfläche 6 des Kolbens 5 ist entlastet, da der Steuerraum 7 über das Vorsteuerventil 1 und Anschluss "L" entlastet ist . Auf die Steuerfläche 9 des Kolbens 5 wirkt das im Anschluß "A"anstehende Arbeitsmedium. Gleichzeitig steht das Arbeitsmedium über Kanal 10 im Steuerraum 3 und am Eingang des geschlossenen Vorsteuerventils 1 an und wirkt auf die Steuerfläche 4 des Kolbens 5. Durch die an den Steuerflächen 4 und 9 auftretende Kraftdifferenz (Steuerfläche 4 > Steuerfläche 9) wird der Kolben 5 auf den Ventilsitz 8 gedrückt, so das der Zulauf "A" gesperrt ist.

Ventil an Spannung = Arbeitsstellung (geöffnet)

Bei der Betätigung des Vorsteuerventils 1 wird der Durchgang zum Steuermedium rücklauf "L" gesperrt und der Weg vom Steuerraum 3 über das Vorsteuerventil 1 zum Steuerraum 7 freigegeben. Der Druck des Steuermediums wirkt jetzt zusätzlich auf die Steuerfläche 6 des Kolbens 5. Durch die an den Steuerflächen 9, 6 und 4 auftretende Kraftdifferenz (Steuerflächen 9 und 6 > Steuerfläche 4) wird der Kolben 5 vom Ventilsitz 8 abgehoben, so daß der Weg vom Zulauf "A" zum Anschluß "B"  frei ist. Jedes Einbauventil kann wahlweise mit einer Hubbegrenzung versehen werden. Mit der Stellschraube 2 kann der Hub des Kolbens 5 begrenzt werden. Somit besteht die Möglichkeit, den Durchflussstrom dem jeweiligen Einsatzfall anzupassen. Bei Ausfall der Spannung schließt das Ventil.

Bei Anbau eines negativen Vorsteuerventils ergibt sich die umgekehrte Arbeitsweise des Hauptventils. Bei Stromausfall öffnet das Ventil.

Ventil spannungslos = Ruhestellung (geöffnet)

Der mit Druck beaufschlagte Steuerraum 3 ist über Vorsteuerventil 1 mit Steuerraum 7 verbunden. Durch die an den Steuerflächen 9, 6 und 4 des Ventilkolbens 5 auftretende Kraftdifferenz (Steuerfläche 9 und 6 > Steuerfläche 4) wird der Kolben 5 vom Ventilsitz 8 abgehoben. Der Weg von "A" nach"B" ist geöffnet.

Ventil an Spannung = Arbeitsstellung (geschlossen)

Bei der Betätigung des Vorsteuerventils 1 wird der Steuerraum 7 über den Rücklauf "L" entlüftet. Die Steuerfläche 6 des Kolbens 5 ist entlastet. Durch die an den Steuerflächen 9 und 4 auftretende Kraftdifferenz (Steuerflächen 4 > Steuerfläche 9) wird der Kolben 5 auf den Ventilsitz 8 gedrückt. Der Zulauf "A" ist gesperrt. Ventil spannungslos = Ruhestellung (geöffnet).

Selbstschließen des durch extern zugeführtes Eigenmedium zwangsgesteuertes 2/2-Wege-Einbausitzventil

Im Gegensatz zu der unter a beschriebenen Ventilbauart wird das Steuermedium nicht aus dem Steuerraum 3 entnommen, sondern es wird dem Vorsteuerventil 1 extern über den Anschluss "Z" zugeführt. Bei der Betätigung des Vorsteuerventils 1 wird der Weg vom Anschluss "Z" über das Vorsteuerventil 1 direkt zum Steuerraum 7 freigegeben und das Hauptventil öffnet. Bei Stromausfall oder Zusammenbruch des Steuerdruckesschließt das Ventil.

Bei Verwendung eines negativen Vorsteuerventils kehrt sich die Arbeitsweise des Hauptventils um. Bei Ausfall der Spannung öffnet das Ventil, bei Zusammenbruch des Vorsteuerdruckes dagegen schließt es.

Durch extern zugeführtes Eigenmedium schließendes und zwangsgesteuertes 2/2-Wege-Einbausitzventil

Auch hier ist die Arbeitsweise des Hauptventils die gleiche wie unter a beschrieben. Lediglich der Kanal 10 im Kolben 5 ist nicht vorhanden. Deshalb ist der Steuerraum 3 wie das Vorsteuerventil 1 mit dem Steueranschluss "Z" verbunden, durch den das Steuermedium extern zugeführt wird. Bei Spannungsausfall schließt das Ventil, bei Zusammenbruchdes Steuerdruckes öffnet es.

Bei Verwendung eines negativen Vorsteuerventils kehrt sich die Arbeitsweise des Hauptventils um. Bei Ausfall der Spannung öffnet das Ventil, bei Zusammenbruch des Vorsteuerdruckes dagegen schließt es.

Durch extern zugeführtes Eigenmedium zwangsgesteuertesund durch einen weiteren externen zugeführten Steuerdruckschließendes 2/2-Wege-Einbausitzventil

Die Arbeitsweise dieses Ventils ist die gleiche wie die des unter c beschriebenen Ventils. Der Unterschied zwischen beiden Ventilen besteht hier in den doppelten Steuerdruckanschlüssen "Z" und "Z1". Das Vorsteuerventil 1 ist direkt mit dem Steueranschluss "Z" verbunden, der Steuerraum 3 dagegen mit dem Anschluss "Z1". Die Steuerdrücke an den beiden Anschlüssen sollen gleich hoch sein. Bei der Betätigung des Vorsteuerventils 1 wird der Weg vom Anschluss "Z" über das Vorsteuerventil direkt zum Steuerraum 7 freigegeben und das Ventil öffnet. Zum Schließen des Ventils ist Steuerdruck am Anschluss "Z1" erforderlich. Bei Stromausfall oder Zusammenbruch des Steuerdruckes am Anschluss "Z" schließt das Ventil. Bei Zusammenbruch des Steuerdruckes am Anschluss "Z1" öffnet das Ventil.

Bei Verwendung eines negativen Vorsteuerventils kehrt sich die Arbeitsweise des Hauptventils um. Bei Ausfall der Spannung öffnet das Ventil, bei Zusammenbruch des Vorsteuerdruckes dagegen schließt es.

Falls die Schaltzeiten der Einbausitzventile zu kurz sind, können anstelle der Doppelvorsteuerungen DN 6/9 Einfachvorsteuerungen DN 6 gewählt werden. Die Doppelvorsteuerungen DN 6/16 können aus dem selben Grund in DN 6/12 ausgeführt werden.

bei Wasser (20°C) in Einbausitzventilen

Besondere Merkmale

Wegen der hydraulischen Zwangssteuerung durch die verschieden großen Steuerflächen der Kolbenstangen ist kein Flattern der Kolbenstangen möglich. Schließfedern sind nicht erforderlich, daher kann sich keine unkontrollierte Kolbenstellung bei eventuellem Federbruch ergeben. Die Ventile sind gegenüber Schwingungen und Druckstößen im Hydrauliksystem unempfindlich.

Durch die langen Kolbenführungen ist ein Verkanten der Kolben durch Queranströmung ausgeschlossen. Je nach Ausführung werden die Ventile durch den anstehenden Systemdruck zugehalten. Bei Ausfall des Vorsteuermediums oder der elektrischen Spannung schließen sie. Gefährliche unkontrollierte Verbraucherbewegungen können nicht erfolgen.

Die einzelnen Ventilkolben sind immer nach außen durchgeführt, dadurch ist die geöffnete oder geschlossene Ventilstellung von außen sichtbar. Es ergibt sich die Möglichkeit zum Anbau von Endschaltern zur Kolbenstellungsanzeige. An Ventilen mit Hubbegrenzung sind entsprechende Bohrungen zur Kontrolle der Kolbenstellung im Hubbegrenzungsgehäuse vorhanden.

Sämtliche Verschleißteile sind leicht zugänglich und schnell austauschbar.

Bei einer Durchflussrichtung von A nach B sind durch die sinnvolle Konstruktion der Ventilsitze und der Drosselkegel an den Kolben die metallischen Dichtflächen weitgehend schmutzunempfindlich. Außerdem werden die gefürchteten Schaltschläge vermieden.

Alle sich durch Bewegung berührenden Ventilbauteile sind aus rostbeständigen Werkstoffen hergestellt. Bei aggressiven Medien kann das komplette Ventil aus entsprechend ausgewählten Edelstählen gefertigt werden. Die Vorsteuerventile bestehen komplett aus rostfreien Werkstoffen. Die serienmäßig angebrachten Nothandbetätigungen sind arretierbar und gegen unbeabsichtigtes Betätigen gesichert.